Deyrkube (Derqub, Karagöl)


Das Nachbardorf Deyrkube

Alte Häuser Deyrkubes vor dem Brand und Zerstörung durch die Armee

Das Dorf Deyrkube liegt etwa 10 km östlich von Beth-Kustan. Seit etwa 1965 hat die Türkei die historischen Namen der Dörfer Tur Abdins "türkisiert". Deyrkube erhielt den Namen Karagöl, das übersetzt etwa "Schwarzsee" bedeutet. Das Dorf hat einen Teich, dessen Wasser dunkel ist.
Um 1914/15, d.h. zu Beginn des Genozids lebten hier 10 syrisch-christliche bzw. aramäische Familien. Sie flohen rechtzeitig in die "Burg von Hah" und konnten sich retten. Die meisten Familien blieben vermutlich auch nach dem Genozid in Hah und kehrten nicht zurück nach Deyrkube.

Die Bevölkerung Deyrkubes bestand nach dem Genozid hauptsächlich aus Kusnoye, aber auch aus Familien anderer Dörfer wie Schahrkan, das während des Genozides 1914/1915 vollständig zerstört wurde. Später zogen die Bewohner Deyrkubes nach Beth-Kustan. Es blieben nur die Brüder Beth Danho übrig. Es bedarf noch einiger Untersuchungen um genaueres zu klären.

Das Dorf mit der alten Kirche Mor Yakub aus dem 5. Jahrhundert  drohte nun in die Hände der Kurden zu fallen. In Streitereien zwischen den Kurden war einer von ihnen in der Gegend von Derkube ermordet worden. Offensichtlich gerieten die Einwohner Deyrkubes unter Druck. Ablahad, ein Einwohner Deyrkubes, in dessen besitz etwa die Hälfte des Dorfes befand, zog aus dem Grunde nach Midyat und später wohl nach Syrien. Damit das Dorf nicht quasi Herrenlos bleiben sollte kauften die Kusnoye die Ländereien von Ablahad. Die Kusnoye einigten sich darauf von jeder Familie einen bestimmten Geldbetrag für den Kauf zu sammeln. Auch viele Christen aus Kfarboran zahlten dazu. Anschließend wurde der damalige Bürgermeister von Beth-Kustan, Marauge Kashme damit beauftragt den Kauf amtlich zu besiegeln. Dies tat er bei den Behörden in Kfarboran. Das gekaufte Land wurde an sieben Familien bzw. Großfamilien verteilt.

Im Dezember 1995 mussten die letzten zwei Familien das Dorf aufgrund der Unruhen zwischen der PKK und türkische Armee aufgeben. Sie siedelten sich in Beth-Kustan an, in der Hoffnung, dass sie eines Tages wieder zurückkehren können. 

Im Januar 1997 wurde das Dorf von der Armee vollständig niedergebrannt. Dieses Ereignis vernichtete zunächst ihre Hoffnung auf die Rückkehr in ihr Zuhause vollkommen. Nach sieben Jahren bekamen sie das Erlaubnis wieder in ihr Dorf zurückzukehren. Die Familien mussten jedoch neue Wohnhäuser bauen, da ihre alten Häuser durch den Brand unbewohnbar wurden.

Zur Zeit leben wieder die zwei christlichen Familien in Deyrkube.

Neubau in Deyrkube.

 


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